zurück Einweihungsfeier neues Schützenheim
aktualisiert:
19.09.2001


Chieming (von Otto Humm)
Die Schützengesellschaft "Almarausch" Chieming hat ein neues Zuhause!

Es befindet sich am Chieminger Sportplatz im ehemaligen Gymnastikraum bei der Grund- und Hauptschule. Der Zugang zum Schützenheim erfolgt über den Mitterweg. Zehn moderne Luftgewehr- und sechs Pistolenstände, die auch in Luftgewehrstände umfunktioniert werden können, haben die Chieminger Sportschützen dort errichtet.
Pfarrer HofmannDie Gesamtkosten dieser Baumaßnahme beliefen sich auf etwa 450 000 Euro. Hauptkostenträger sind die Gemeinde Chieming und die Schützengesellschaft "Almarausch". Zudem haben die Schützen 5700 Stunden an Eigenleistungen erbracht, hieß es. Bisher waren die Chieminger Schützen im Untergeschoss des Gasthofes Unterwirt untergebracht. "89 Jahre lang war der Unterwirt unsere Schützenheimat", stellte Erster Schützenmeister Helmut Stumhofer senior fest und sagte, dass die Errichtung einer neuen Schießanlage sehr dringend war. Eine behördliche Überprüfung der Schießanlage beim Unterwirt hatte vor einigen Jahren ergeben, dass die einzelnen Schießstände nach den neuen Richtlinien zu enge Abstände (gefordert werden jetzt pro Stand ein Meter) aufwiesen und eine Reduzierung auf sechs Stände den Schießbetrieb sehr eingeschränkt hätte. Stumhofer meinte, ein Ausbau des Schießlokales sei nicht möglich gewesen. Mit einem Festgottesdienst und Festzug feierten die Mitglieder der Schützengesellschaft "Almarausch" Chieming mit den Ortsvereinen, den Schützenvereinen aus Hart, Ising und Nussdorf und der Chieminger Blasmusik den Einzug in das neue Schützenheim. Den Festgottesdienst hielt Pfarrer Josef Hofmann, der Mitglied bei den Chieminger Schützen ist, ab. Er segnete das von den Chieminger Pistolenschützen gespendete Kruzifix, das im neuen Schützenheim aufgehängt wird, sowie die gesamte Schießanlage.

die EhrengästeDie örtlichen Böllerschützen empfingen beim neuen Vereinsheim den Festzug mit zahlreichen Gästen. Erster Gauschützenmeister Klaus Daiber nahm im neuen Schützenheim die Ehrungen für verdiente Mitarbeiter der Schützengesellschaft gemeinsam mit Schützenmeister Helmut Stumhofer senior vor. Ehrennadeln des Bayerischen Schützenbundes in Silber erhielten Benno Auer, Max Peteranderl, Josef Kirchmaier, Stefan Reichelt, Max Schrobenhauser, und Franz Graf. Das Ehrenzeichen "Silberne Gams" überreichten sie an Josef Humm, Ewald Enzinger, Andreas Hartmann und Sabine Wastlhuber. Peter Ramsperger und Willi Hammerdinger erhielt für ihre Verdienste das Bezirkskrügerl des Bayerischen Sportschützenbundes überreicht. Für besondere Verdienste und der Wahrung des Brauchtums erhielten Hermann Schrobenhauser und Marlene Hammerdinger die Verdienstnadel des Bayerischen Schützenbundes verliehen. Vom Ersten Gauschützenmeister bekam Helmut Stumhofer den Silbertaler des Schützengaues Traunstein Chiemgau überreicht und die Schützenehrennadel in Gold angesteckt. Eine besondere Ehrung wurde Ewald Enzinger zu teil. Helmut Stumhofer ernannte ihn zum Ehrenmitglied der Schützengesellschaft "Almarausch" Chieming und übergab ihm die Ehrenurkunde dazu.
Familie Sailer
Zweiter Schützenmeister Ewald Enzinger wurde mit dieser seltenen Ehrung für sein großes Engagement während der Bauzeit gewürdigt, der tagtäglich anwesend war. Stumhofer erinnerte daran, dass die Schützengesellschaft "Almarausch" Chieming im Jahr 1913 gegründet wurde und bisher neben zahlreichen Schießen und Veranstaltungen auch drei Gauschießen bereits stattgefunden hatten. Er stellte Hermann Schrobenhauser besonders heraus, der 1962 zum Ersten Schützenmeister gewählt wurde und dieses Amt 35 Jahre lang innehatte. 1997 wurde Hermann Schrobenhauser dafür zum Ehrenschützenmeister ernannt. "Ich bin sein Nachfolger", sagte Helmut Stumhofer. In seiner Festansprache würdigte er besonders Altbürgermeister Max Brunner, der es mit dem Gemeinderat ermöglicht hatte, dass dieses neue Schützenheim am Sportplatz entstehen konnte. Der Neubau der Turnhalle machte dies möglich, hieß es. Im April 2001 war der Spatenstich und im Juli 2002 fand im neuen Schützenheim bereits das erste Gästeschießen statt. Max Brunner ging ausführlich auf die Entstehungsgeschichte dieser Baumaßnahme ein, stellte den Schützensport kulturell für sehr wichtig heraus und respektierte den Mut der beiden Schützenmeister Helmut Stumhofer und Ewald Enzinger zur erfolgreichen Durchführung dieser großen Baumaßnahme. Er zählte die sportlichen Erfolge der "Almarausch"Schützen auf und stellte fest, dass Helmut Stumhofer senior schon vier Mal Deutscher Meister bei den Sportschützen war. Chiemings Bürgermeister Benno Graf respektierte ebenfalls die Leistungen der Chieminger Schützen und anerkannte die gute Nachwuchsarbeit im Verein. Ewald Enzinger bezeichnete Helmut Stumhofer senior als den "Vater" dieses Schützenheimbaues, sprach zahlreiche Worte der Anerkennung aus und würdigte dabei die große Unterstützung durch Max Brunner und des Architekten Max Mittermaier. Helmut Stumhofer bedankte sich beim Ehepaar Barbara und Hermann Sailer für die langjährige Gastfreundschaft und überreichte als Erinnerung eine Schützenscheibe.
die FestgästePräsente an die Chieminger Schützengesellschaft übergaben noch Schützenmeister Willi Kalcher, Schützengesellschaft Ising, Hedi Schlecht von der Schützengesellschaft Hart und Hubert Rammrath von der Schützengesellschaft Nussdorf. Danach verfolgten alle gemeinsam den ersten Schuss von Altbürgermeister Max Brunner. Für den kommenden Sonntag kündigte Helmut Stumhofer einen "Tag der offenen Tür" im neuen Schützenheim an. Im November werde dort das Dorfschießen stattfinden, hieß es.
Text: Otto Humm
Fotos: Thomas Breyer